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Das dritte Ulmer Aikido-Kinder-Camp

Im Aikido leiten sich viele Bewegungen von den Schwertkünsten der Samurai ab, bei vielen Gruppen werden Schwert-Übungen dennoch erst ab einer hohen Gürtelgraduierung begonnen. Allein aus diesem Grund sind Kinder und Jugendliche dabei meist außen vor. Das sollte am Wochenende vom 24.-25. Juni, beim dritten Kinder- und Jugendcamp, anders sein: Die Trainer Josef "Tschosie" Kovacs und Stefan Schlott hatten sich vorgenommen, den Kindern den Umgang mit den Bokken, den Übungsschwertern, beizubringen und mit ihnen die ersten Techniken zu üben. 

Schon zwei Mal hatte die Kinder- und Jugendgruppe der Aikidoabteilung ein Wochenende in ihrem „Dojo“, der alten VFL-Halle an der Friederichsau, verbracht. Beide Male hatten wir viel Spaß. Das hatte sich bei Kindergruppen in der Umgebung herumgesprochen. So entstand die Bitte, die Einladungen für das kommende Kindercamp auch dort zu verteilen. Diese „Vorschußlorbeeren“, verbunden mit der „Faszination Schwert“, fand bei den Kindern großen Anklang: Die 30 Plätze des Wochenendes waren ruckzuck vergeben.
Bevor das eigentliche Camp begann, trafen sich die Ulmer Aikidoka am Vormittag, um die Matten und die Halle gründlich abzuschrubben. Was besonders toll war: Es kamen nicht nur die „üblichen Verdächtigen“, sondern auch fünf wackere Streiter aus der Kindergruppe. Nach vier Stunden Geschrubbe glänzte die Halle wie selten. Vielen Dank dafür an die fleißigen Helfer!

Ab 16 Uhr trudelten die Teilnehmer ein; unser Gepäck packten wir auf die Empore, danach ging's gleich zum Umkleiden. Die erste Trainingseinheit begann zunächst mit waffenlosen Techniken. Das Training in der von der Sommersonne aufgeheizten Halle war recht schweißtreibend. Nach einer Stunde hatten wir eine kurze Trinkpause nötig. Nach der Verschnaufpause erklärte Tschosie die Etikette-Reglen beim Umgang mit den Schwertern. Abgesehen von traditionellen Gründen dienen diese Regeln vor allem der Vorsicht, erinnern sie doch jedes Mal an den respektvollen, vorsichtigen Umgang mit den Waffen. Die meiste Zeit beschäftigten wir uns mit Schlagübungen, den „Suburis“; es ist nämlich gar nicht so einfach, mit einem Schwert zu schneiden statt zu hacken!
Nach zweieinhalb Stunden freuten wir uns alle auf die Dusche, etwas zu trinken und natürlich auf die Würste, die wir anschließend grillten. Mit Heißhunger wurde der Grill geplündert, sodass sogar eilig nochmals Würste nachgekauft werden mussten. Zum Nachtisch genehmigten wir uns Eiscreme.
Das Abendprogramm begann mit dem Nummernspiel: Einige hatten sich bereits gewundert, was die aufgehängten Zettel zu bedeuten hatten, auf denen eine Zahl und ein Begriff aus dem Aikido standen. Es ging darum, in Mannschaften die Zettel der Reihe nach zu finden; hatte eine Mannschaft das Kennwort, erhielt sie eine Aufgabe. Für deren Lösung gab es Punkte, anschließend mußte der nächste Zettel gesucht werden. Nach einer Stunde voller Action standen die Sieger fest.
Anschließend war „Dojo-Kino“ angesagt: Zunächst sahen wir gut zehn Minuten lang historische Filmaufnahmen vom Begründer des Aikidos Morihei Ueshiba und dessen direkten Schülern. Danach gab es spannende Unterhaltung mit einem Spielfilm, bevor wir das Matratzenlager auf den Matten aufbauten und uns in unsere Schlafsäcke rollten.

Der Sonntagmorgen begann mit einem Frühstück in der Friedrichsau. Das erste Training des Tages war komplett dem Schwerttraining gewidmet. Alle Teilnehmer waren voll konzentriert bei der Sache. Gegen Ende konnten wir sogar zwei richtige Ausweichtechniken auf normalem Abstand üben.
Mittags stärkten wir uns mit leckeren Spaghetti, zur Kühlung gab es zum Nachtisch nochmals Eis. Während einige in der Mittagspause in der Halle oder auf der Wiese vor der Halle tobten, machte sich bei einigen schon die Anstrengung bemerkbar: sie nutzten die Zeit, einfach nur entspannt im Schatten zu dösen.
Für die letzte Trainingseinheit am Nachmittag waren nochmals Konzentration und Ausdauer nötig - die ungewöhnliche Anstrengung forderte ihren Tribut. So beendeten wir die letzte Trainingsrunde auch ganz untypisch mit einer Spielerunde.

Bei der Verabschiedung und beim Abgrüßen warteten bereits einige Eltern, die ihre Schützlinge wieder in Empfang nehmen wollten. An der Tür zur Halle konnte man nur leuchtende Augen sehen, die etwas wehmütig das Dojo verließen. Die Mischung aus Spiel, Spaß und Training hatte allen sehr gut gefallen. Der Umgang mit dem Schwert war faszinierend, ebenso die ungewohnte Kombination aus geistiger und körperlicher Anstrengung. Viele Kinder verabschiedeten sich mit dem Wunsch, so ein Training auch bei sich zu Hause haben zu wollen - und alle wollen beim nächsten Mal wieder dabei sein.

Impressionen vom Wochenende